Investitionen in P2P-Kredite werden in Deutschland immer beliebter, doch viele Anleger haben noch Fragen zur Besteuerung der Zinserträge.
Die Besteuerung von P2P-Krediten ist klar geregelt, erfordert jedoch eine sorgfältige Herangehensweise.
Grundlagen der Besteuerung von P2P-Investitionen

Zinsen, die über P2P-Plattformen erzielt werden, gelten als Kapitalerträge (§ 20 Abs. 1 EStG) und unterliegen der Einkommensteuer (Abgeltungssteuer) in Höhe von 25 %.
Zusätzlich werden berechnet:
5,5 % Solidaritätszuschlag,
was insgesamt 26,38 % ergibt.
Für Steuerzahler, die Kirchensteuer zahlen, kommen noch 8–9 % hinzu,
sodass die Gesamtbelastung bis zu 27,9 % betragen kann.
Steuerabzug (Sparerpauschbetrag):
1.000 € für Alleinstehende;
2.000 € für Ehepaare.
Steuern werden nur auf den Betrag erhoben, der diesen Grenzwert überschreitet.
Auf P2P-Plattformen kann jedoch kein Freistellungsauftrag (Befreiung von der Quellensteuer) gestellt werden.
Im Gegensatz zu deutschen Banken behalten P2P-Plattformen die Steuer nicht automatisch ein.
Anleger sind verpflichtet, Einkünfte aus ausländischen Plattformen selbst zu versteuern, da keine Quellensteuer erhoben wird.
Auch wenn die Einkünfte unter dem Sparerpauschbetrag liegen, müssen Sie bei ausländischen Einkünften eine Steuererklärung abgeben.
Ausfüllen des Formulars Anlage KAP

1. Inländische Plattformen (z.B. Auxmoney)
Stellen offizielle Steuerbescheinigungen aus.
Die Zinsen sind in Zeile 18 anzugeben:
„Kapitalerträge, die nicht dem inländischen Steuerabzug unterlegen haben“.
2. Ausländische Plattformen (z. B. Mintos, Bondora, Maclear)
Stellen zusammenfassende Berichte über Zinsen zur Verfügung.
Der Gesamtbetrag wird in Zeile 19 eingetragen:
„Ausländische Kapitalerträge“.
Für jede Plattform sollte eine detaillierte Tabelle erstellt werden:
- aufgelaufene Zinsen;
- Verzugszinsen;
- Boni;
- sonstige Erträge.
Plattformen wie Maclear (schweizerische P2P/P2B-Plattform) stellen einen Jahresbericht für die Steuererklärung zur Verfügung.
Die Standard-Jahresrendite liegt bei 13,5–15,6 % (im Durchschnitt 14,6 %), und Erträge von bis zu 16 % sind nur bei bestimmten Bonus- oder Krypto-Programmen (8lends) möglich.
Praktische Beispiele
Beispiel 1: Alleinstehender Investor, Einkommen unterhalb der Schwelle
Einkommen aus P2P: 800 €
Grenze: 1.000 €
Fazit: Es wird keine Steuer erhoben, aber eine Steuererklärung muss eingereicht werden.
Beispiel 2: Ehepaar mit mehreren Einkommensquellen
| Einkommensquelle | Betrag |
| Mintos | 1.200 € |
| Bondora | 600 € |
| Einlage | 500 € |
| Gesamt | 2.300 € |
Fribetreg: 2.000 €
→ Steuerpflichtiger Betrag: 300 €
→ Steuer: 75 € (25 %) + 4,13 € Solidaritätszuschlag = 79,13 €
Beispiel 3: Investor mit hoher Rendite
| Position | Betrag |
| Bruttozinsen | 5.000 € |
| Abzug | –1.000 € |
| Zu versteuernd | 4.000 € |
| Steuer (25 %) | 1.000 € |
| Solidaritätszuschlag (5,5 %) | 55 € |
| Nettoeinkommen (ohne Kirchensteuer) | 3.945 € |
Besonderheiten bei ausländischen Plattformen
In einigen Ländern wird eine Quellensteuer erhoben.
Wenn ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht, kann diese in Deutschland angerechnet werden.
Einkünfte in Fremdwährung werden zum Kurs am Tag des Eingangs in Euro umgerechnet.
Wichtig ist der Zeitpunkt des tatsächlichen Erhalts der Zinsen.
Bei Nutzung der Reinvestitionsfunktion kann diskutiert werden, ob die Erträge ohne Auszahlung als erzielt gelten – diese Frage ist rechtlich nicht abschließend geklärt.
Verbuchung von Verlusten bei P2P-Krediten

Verluste können von der Steuerbemessungsgrundlage abgezogen werden, wenn der Kredit endgültig als uneinbringlich anerkannt ist.
Dazu sind entsprechende Belege erforderlich.
Erforderliche Nachweise:
- ursprünglicher Investitionsbetrag;
- Kreditunterlagen;
- Bestätigung der Inkassostelle;
- schriftlicher Nachweis der Uneinbringlichkeit.
Solche Verluste können mit Gewinnen aus anderen Kapitalanlagen verrechnet werden.
Steueroptimierung und Einhaltung von Vorschriften
- Wenn Ihr persönlicher Steuersatz unter 25 % liegt, können Sie einen Antrag auf „Günstigerprüfung” stellen. Dies gilt insbesondere für Studenten und Personen mit geringem Einkommen.
- Im Zweifelsfall ist es besser, alle Einkünfte anzugeben, als sie zu verheimlichen. Im Freitextfeld des Formulars Anlage KAP können Sie Erläuterungen hinzufügen
- In komplexen Fällen empfiehlt sich die Beratung durch einen Steuerberater. Dieser Artikel ersetzt keine professionelle Steuerberatung.
Dieser Artikel ersetzt keine professionelle Steuerberatung.Zinsen aus P2P-Investitionen werden in Deutschland wie normale Kapitalerträge besteuert.
Für Investoren ist es wichtig:
- alle Einkommensnachweise zu sammeln;
- die Anlage KAP korrekt auszufüllen;
- mögliche Abzüge im Ausland zu berücksichtigen;
- und Verluste zu dokumentieren.
Die Einhaltung dieser Regeln ermöglicht es Ihnen, Ihre Steuerlast legal zu optimieren und Probleme mit den Steuerbehörden zu vermeiden.
