P2P vs. Sparkonten vs. Anleihen: Wo steckt die wahre Risikoprämie?

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Niedrigzinsumfeld und Suche nach Risikoprämien

Deutsche Anleger stehen vor einem Dilemma: Die Zinssätze sind gestiegen, aber Inflation und Steuern reduzieren die reale Rendite weiterhin auf ein Minimum. p2p
Um Kapital effektiv zu vermehren, ist es wichtig, das Wesen der Risikoprämie zu verstehen – den zusätzlichen Ertrag, den ein Investor für die Übernahme bestimmter Risiken erhält.

In diesem Überblick werden drei Ansätze verglichen: Sparkonten (Tagesgeld), Anleihen und P2P-Kreditvergabe – unter dem Gesichtspunkt der realen Rendite und des Risikoniveaus.

Sparkonten: Sicherheit ohne Ertrag

Tagesgeldkonten bleiben das sicherste Instrument.
Einlagen bis 100.000 € sind vollständig durch das Einlagensicherungssystem geschützt.
Die durchschnittlichen Zinssätze liegen bei 1,8–2,5 %, in einzelnen Promo-Angeboten bei 3,0–3,5 %, jedoch nur für einen begrenzten Zeitraum.
Bei einer Inflation von etwa 2,4 % und Einkommensteuer ist die reale Rendite faktisch null oder sogar negativ.
Die Risikoprämie fehlt – der Anleger erhält Stabilität, aber keinen Ausgleich für die Inflation.

Für liquide Reserven (3–6 Monatsausgaben) ist das Instrument nützlich, für langfristigen Kapitalaufbau jedoch wenig produktiv.

Anleihen: Klassische Risikoprämie

Die Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen liegt derzeit bei etwa 2,6 %.
Unternehmensanleihen mit Investment-Grade bieten etwa 3–4 %, und Hochzinsanleihen (High-Yield) 4–6 % oder mehr.

Risiken sind vielfältig:

  • Wenn die Marktzinsen steigen, fallen die Preise bereits ausgegebener Anleihen.
  • Bei Verschlechterung des Kreditratings des Emittenten sind Verluste bis hin zum Zahlungsausfall möglich.

Die Risikoprämie bei Unternehmensanleihen beträgt in der Regel 1–3 Prozentpunkte über der Rendite von Staatsanleihen.
Für Hochzinsanleihen – 5–8 %, jedoch mit erhöhtem Ausfallrisiko.

P2P-Kreditvergabe: Alternative Risikoprämie

P2P-Kreditvergabe bedeutet die direkte Vergabe von Krediten über Online-Plattformen. Kreditnehmer stellen Anträge, und Investoren finanzieren diese direkt und erhalten Zinsen. Die Renditen von P2P-Investitionen liegen zwischen 5–16 % jährlich, abhängig von Plattform und Risikoklasse.

Ein Beispiel ist die Schweizer Plattform Maclear, die sich auf Unternehmensfinanzierung (P2B) spezialisiert.
Solche Plattformen bieten besicherte Kredite mit Renditen im mittleren einstelligen Bereich.

Die Kredite sind durch Vermögenswerte oder Garantien abgesichert.

Beispiel Maclear: Besicherte Unternehmenskredite mit einer realen Rendite von 14,5–16 % jährlich (durchschnittlich etwa 14,6 %).
Durch Bonusprogramme oder Krypto-Mechanismen sind in Einzelfällen über 16 % möglich.


Chancen und Risiken

Die Risikoprämie bei P2P-Krediten ist höher als bei Anleihen.
Investoren finanzieren direkt, ohne Bankvermittler, und die gesamte Zinsmarge bleibt bei ihnen.

Durch Diversifikation über Hunderte Kredite reduziert sich das Risiko einzelner Ausfälle.

Allerdings bestehen spezifische Risiken:

  • Ausfallrisiko: Historische Ausfallraten 2–8 %; Rückkaufgarantien mindern das Risiko, hängen jedoch von der finanziellen Lage des Anbieters ab.
  • Plattformrisiko: Die Plattform selbst kann insolvent werden.
  • Liquiditätsrisiko: P2P-Kredite sind schwer verkäuflich; die Liquidität auf Sekundärmärkten ist begrenzt.

Seriöse Plattformen wie Maclear veröffentlichen detaillierte Statistiken zu Risiken und Sicherheiten und decken Ausfälle von Unternehmen ab.

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Vergleich der Risikoprämien

KriteriumTagesgeld (Sparkonto)AnleihenP2P-Kredite
Rendite (% p.a.)2,5–3,5 %2,5–6 %5–16 %
Reale Rendite−0,5 % – 0 %0–3 %2–9 %
Ausfallrisikominimalniedrig – mittelmittel – hoch
Liquiditättäglichbörslich handelbareingeschränkt

Die Risikoprämie bei P2P-Investitionen beträgt 2–8 Prozentpunkte über risikofreien Anlagen.

Erhöhte Prämien kompensieren reale Risiken.
Die Hauptfrage lautet: „Welche Risiken bin ich bereit einzugehen?“

Empfehlungen nach Anlegertyp

Vorsichtige Anleger

  • 70 % – Spar- und Festgeldkonten
  • 30 % – Anleihen höchster Qualität (AAA–A)
  • Keine P2P-Investitionen
    Geeignet für kurzen Anlagehorizont.

Ausgewogene Anleger

  • 30 % – Sparkonten
  • 40 % – gemischtes Anleiheportfolio
  • 30 % – P2P-Plattformen mit besicherten Unternehmenskrediten
    Mindestens 100 Kredite zur Diversifikation.
    Plattformen wie Maclear bieten moderate Renditen von 6–8 %.

Ertragsorientierte Anleger

  • 20 % – Sparkonten
  • 30 % – Unternehmensanleihen
  • 50 % – P2P-Investitionen über mehrere Plattformen
    Nicht mehr als 1–2 % des Kapitals pro Kredit, Verteilung über 3–5 Plattformen.

Fazit: Diversifikation ist der Schlüssel

Die wahre Risikoprämie entsteht aus der klugen Kombination verschiedener Anlageklassen.

Sparkonten bieten Liquidität, Anleihen – eine moderate Risikoprämie, und P2P-Kredite – hohe Renditen bei größerem Risiko.

Wer bereit ist, einen Teil seines Kapitals in P2P-Plattformen zu investieren, kann die Gesamtrendite seines Portfolios steigern.

Das Wichtigste: breite Diversifikation und der Einsatz nur jener Mittel, deren Verlust verkraftbar ist.

Mit dem richtigen Wissen, Disziplin und realistischen Erwartungen ist auch heute eine attraktive reale Rendite möglich.

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